Der Garten

Entdecken Sie das englische Gartenparadis mitten im Weinviertel Niederösterreichs.
Tauchen Sie ein, in eine andere Welt und lassen Sie die Schönheit der Natur auf sich wirken.

 

 

Der symmetrische Vorgarten
Der Vorgarten besteht aus zwei Teilen. Den seitlich vom Haus mit Ligusterhecken umrahmten Bereich und den mit alten Granit gepflasterten, geraden Zugangsweg zum Garteneingang. Die zwei schmalen Rabatten rechts und links vom Weg sind mit Stauden und Sommerblumen bepflanzt. Meine Lieblingsfarben Blau und Weiss sind hier eingesetzt worden. Ab und zu verirrt sich auch die Farbe Rosa dazu. Im Frühling blühen weiße Tulpen und blaue Vergissmeinnicht, später werden diese von weißen Spornblumen, blauem Lein und weißen englischen Rosen abgelöst.

Der klösterliche Küchengarten
Tritt man durch die Gartenpforte, steht der Besucher im zweiten Gartenraum: dem Küchengarten. Hier wird er auch meistens von mir persönlich begrüßt. Das Vorbild für die Gestaltung waren alte Klostergärten. Eine Mauer aus alten Ziegelsteinen und eine dicke, grüne Ligusterhecke rahmen den Raum ein. In der Mitte befindet sich ein runder Ziegelbrunnen umgeben von hübschen Eisenbögen an denen englische Rosen emporranken. Beete mit Gemüse, Kräutern, Sommerblumen und Rosen bieten Augen, Nase und Mund Kostbarkeiten. Hier tut sich ein neues Farbthema auf: Aprikot, Gelb und Rosé herrschen hier in sanften Nuancen vor. Die Königin der Blumen findet man üppig an der Zahl: Von „Charles Austin“, „Leander“, „Grace“ bis „Abraham Darby“ ist hier alles vertreten.

Dieses Gartenzimmer besteht aus acht formalen Beeten, die biologisch gepflegt werden.
An den Ziegelmauern befinden sich zwei längliche Kräuterrabatten. Die vielen Ziegel speichern die Wärme in diesem sonnigen Gartenraum, die Mauern und Hecken halten den Duft der Kräuter und Rosen gefangen. Wenn nun der Besucher vorbei an den zwei Kräuterbeeten durch einen Torbogen in der Mauer schreitet, betritt er eine andere Welt.

Der mystische Hofgarten
Der Kontrast zum warmen, sonnigen Küchengarten könnte nicht größer sein. Kühl ist es hier, und grün. Aus einem steinernen Löwenkopf plätschert Wasser in ein Ziegelbecken.
Hier und da blitzen Steinskulpturen zwischen Funkienblättern hervor. Eibenformen in verschiedenen Größen, Rosen und Spornblumen in weißen Tönen. Grün und Weiß mit ein wenig Blau als vorherrschende Farben verstärken die kühle Wirkung dieses Gartenzimmers.
Auch diese Anlage ist symmetrisch. Vier Rasenbeete werden von Wegen aus alten Ziegeln gerahmt. Auf einem dieser Beete steht der Hausbaum. Meiner Meinung nach sollte jeder Garten einen Hausbaum haben. Er ist der Hüter des Hauses, unser Freund, Schattenspender, Bienenweide und Heimat vieler Vögel. Hier befindet sich ein Dorf aus hölzernen Vogelhäusern. Dieser Baum ist eine Seltenheit, unsere chinesische Honigesche (Tetradium daniellii ). Ein schnellwachsender Baum, dessen weiße Blütenrispen die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben. Auch der rot-braune Fruchtschmuck im Herbst ist sehenswert. Leider wird dieser sommerblühende Baum in Europa kaum gesetzt.

Unter dem Baum, entlang der Ziegelmauer haben in vier Hochbeeten meine Hortensien ihre Heimat gefunden. Die Verbindung aus plätscherndem Wasser, Wind der durch die Blätter rausch und Schattenspiele auf den Rasenbeeten lässt einen diesen Gartenbereich besonders mystisch empfinden.

Für mich ist dieser Gartenbereich sehr wichtig, da er an das L-förmige Wohnhaus grenzt. Wenn man vom Haus in den Garten hinausblickt, kann man dessen Größe erahnen. Dieser Blick macht Lust auf mehr und die Ziegelwege zeigen, wie der Besucher weiterwandern kann. Durch ein pastellgrünes  Gartentor, zwei steinerne Stufen nach oben verändert sich die Stimmung des Gartens wieder.

Der neue, englische Rosengarten
Offen und großzügig, sonnig, hell und formal liegt er da: der neue englische Rosengarten.
Nach Monaten der Planung und des Umbaus wurde er 2008 vollendet. Für mich als Gärtnerin ist er mein Meisterstück, der Bereich von dem ich immer träumte:
Ein formaler Rosengarten in rosa und grauen Farbtönen. Sechzig rosa blühende Duftrosen in Kombination mit grauen Stauden. An der linken Seite, entlang einer Ziegelmauer, befinden sich zwei Hochbeete, überdacht von sechs Stück der weißfilzigen Mehlbeere. Im Frühling wird der Besucher von einem Meer aus rosa Tulpen willkommen geheißen. Im Sommer hingegen verzaubern die duftenden Rosen den Gast.
Das Auge wandert über die zartrosa Rosenbüsche und die grauen, samtigen Stiele des Wollziest und versinkt in den Anblick in der Mitte dieses Zimmers. Etwas abgesenkt liegt es da: Das Herz dieses Raumes – ein rundes Knotenbeet. Fünf Meter im Durchmesser, bepflanzt mit Zwergbuchs, der zu einem keltischen Knoten verbunden wurde. In den Zwischenräumen grauer Kies, der das Grün des Buchsbaumes betont. Dieser „Knoten der Visionen“ war der Schlusspunkt einer fünfzehn Jahre dauernden Gartengestaltung.

Der lebendige Wassergarten
Ein starker Konstrast zu den ersten vier, formalen Gartenräumen ist der Wassergarten mit Teich und Bachlauf. Natürlich und ungezwungen wirkt die purpurfarbene Bepflanzung rund um die große Wasserfläche. Rechter Hand findet der Besucher ein elegantes Liegedeck mit Natursteinpflaster und wunderbaren Sitzgelegenheiten. Angelehnt an die weiße Mauer, die diesen Bereich begrenzt, klettern seltene, alte Rosen wie Guinée, Gruß an Teplitz und Veilchenblau. Rund um den Teich wachsen üppig Stauden in Rosa, Lila und Weinrot. Pflanzen mit roten Blättern leuchten zwischen Gräsern und Schilf hervor. Große Eibenkegel geben Struktur und bilden Blickpunkte.

Dieser großzügige, weite Gartenbereich strahlt für die meisten Besucher Anziehungskraft und Energie aus. Gräser bewegen sich im Wind, Libellen drehen summend ihre Kreise über die prächtigen Seerosen, Vögel baden im seichten Sumpfbreich, ab und zu zieht eine Ringelnatter durch den über 300m2 großen Teich ihre Runden. Ein seltener Gartenbaum, die kaukasische Flügelnuss, wirft ihren Schatten über den gepflegten, grünen Rasen. Überquert man diesen, gelangt man zu einer hölzernen Brücke, die den Teich vom Bachlauf trennt. Hier ist die Bepflanzung frisch in Blau und Gelb mit etwas Rosa gehalten. Und schon gehts weiter, über den Granitsteinweg in den blauen Laubengang. Gefangen in einem Tunnel aus wildem Wein, der im Herbst spektakulär gefärbt ist, hört man noch sacht das Plätschern von Wasser. Folgt man dem Geräusch der Quelle, gelangt man zu einem geheimen Platz, von dem man einen schönen Überblick über Bachlauf und Teich hat.

Der romantische Rosengarten
Der blaue Laubengang lockt weiter in das nächste Gartenzimmer. Verzückt vom Duft der 40 historischen Rosensorten, wandert man den Granitsteinweg entlang. Rechts und links blüht es üppig in rosa, weißen und purpurnen Farbtönen. Dazwischen blitzen blaue Glockenblumen hervor. Hier gedeihen alte Rosen, schon wegen ihres Namens musste ich sie besitzen, wie: Königin von Dänemark, Belle de Crecy, Reine des Violetts, Champneys Pink Cluster, … Alle diese Rosen gehören deshalb zu den alten Sorten, weil ihr Züchtungsjahr vor dem Einführen der ersten Teehybride „La France“, 1867 liegt. Sie haben den romantischen Charme vergangener Zeiten, duften betörend und sind sehr wüchsig und gesund. Das entschädigt für ihr leider nur einmaliges Blühen Ende Mai bis Anfang Juni. Mit einem Foto einer dieser Rosen auf dem Einband eines Rosenbuches fing meine Liebe zu dieser Gattung an und ist bis heute geblieben. Und genau wegen dieser Rosen kommen ab Mitte Mai die rosenbegeisterten Gartenbesucher am Liebsten zu mir. Dann ist der Garten am Prächtigsten. Zwischen den großen Sträuchern der historischen Rosen, habe ich Stauden gepflanzt, die eine altmodische Ausstrahlung haben: Glockenblumen, Akeleien, Beinwell und Fingerhüte.

Meine Begeisterung für den Duft dieser Rosen habe ich bis in die Küche mitgenommen. Jedes Jahr koche ich mit Begeisterung Rosengeleé daraus, welches die Besucher mit genauso viel Begeisterung gerne mitnehmen.

Wenn der Gast den Weg durch den Rosengarten entlang geht, schnuppernd und staunend über die Vielfalt an gefüllten Blüten, blickt er bald auf eine formierte Hainbuchenhecke. Ein bogenförmiger Durchgang lockt in den nächsten Gartenraum.

Das formale, grüne Zimmer
Welch ein Kontrast zum üppigen Rosengarten! Schlicht und symmetrisch, grün und einfach ist die Ausstrahlung. Aber trotzdem geheimnisvoll und romantisch. Im Zentrum dieses Beetes steht eine alte Kugelrobinie in deren Schatten Farne, Akeleien und Spornblumen um Platz und Licht streiten. Linker Hand an der Hainbuchenhecke steht eine Teakholzbank gerahmt von zwei großen Steinvasen. Die rechte Seite dieses Raumes wird durch ein altes Nachbargebäude begrenzt. Hier wuchern an Rankgerüsten die riesige Ramblerrose Pauls Himalayan musk, ein Blauregen und eine allzu wüchsige Clematis. Gegenüber vom Eingang dieses heimeligen Gartenraumes leiten zwei uralte, gefundene Sandsteinstufen in den letzten Gartenraum hinein.

Der geheimnissvolle, weiße Schattengarten
Mein weißer Schattengarten, der älteste Teil der Anlage, hat eine eigene Aura.
Er unterscheidet sich sehr von den übrigen Gartenräumen. Wenn es Waldfeen, Elfen und Faune geben sollte, dann hier. Im Schatten alter Birken und einer riesen Esche wuchert ein Meer aus Funkien abwechselnd bepflanzt mit weißen Phloxen, Madonnenlilen, Waldmeister und der wunderbaren Waldrebe Madame le Coultré. Aus dem Meer aus Funkienblättern ragen runde Eibenkugeln hervor.
Mitten in diesem Wald steht ein petrolblauer, zierlicher Pavillion. Umschlungen von Kletterpflanzen, eingewebt in Grün, geheimnisvoll, mysthisch und als ob es ihn schon immer hier gegeben hätte.

Nun sind wir am Ende des Gartens angelangt. Von diesem leicht erhöhten Gartenraum, im Schatten stehend, hat man einen wunderbaren Blick über den Garten, bis zum Wohnhaus.

Auf dem Weg nach vorne beginnt der Genuss aufs Neue …

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